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Wie du vermeidest, dass deine Rückenschmerzen chronisch werden – Physiotherapie kombiniert mit Cognitive Functional Therapy

Ein akuter Rückenschmerz nach dem Umgraben im Garten, ein verspannter Rücken nach einem stressigen Arbeitsmonat – die meisten Beschwerden dieser Art klingen innert weniger Wochen von selbst ab. Bei manchen Menschen bleiben sie jedoch bestehen oder kehren immer wieder zurück. Was in diesem Übergang passiert, ist heute gut erforscht – und es gibt konkrete Ansätze, wie sich das Risiko einer Chronifizierung reduzieren lässt. Wir zeigen dir, worauf es ankommt und welche Prinzipien dabei helfen, kombiniert mit individueller Physiotherapie.

Wie du vermeidest, dass deine Rückenschmerzen chronisch werden – Physiotherapie kombiniert mit Cognitive Functional Therapy

Wann werden Rückenschmerzen chronisch?

Von chronischen bzw. wiederkehrenden Rückenschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden länger als etwa 12 Wochen andauern oder in kurzen Abständen immer wieder auftreten. Die meisten Rückenschmerzen sind zunächst unspezifisch, das heisst, es lässt sich keine einzelne, klar erkennbare strukturelle Ursache feststellen. Genau das macht die Chronifizierung interessant: Sie hängt oft weniger von der ursprünglichen Verletzung ab als davon, wie im Verlauf mit den Schmerzen umgegangen wird.

Warum Schonung allein das Risiko erhöhen kann

Ein zentraler Mechanismus dabei ist gut beschrieben: Aus Angst vor erneutem Schmerz werden bestimmte Bewegungen zunehmend vermieden. Die Rückenmuskulatur verliert dadurch an Kraft und Stabilität, was wiederum die Wahrscheinlichkeit weiterer Beschwerden erhöht – ein Kreislauf aus Schmerz, Vermeidung und Schwäche. Dieses sogenannte Fear-Avoidance-Modell ist ein Erklärungsmodell dafür, warum aus akuten Rückenschmerzen chronische werden können. Wer diesen Kreislauf früh durchbricht, senkt das Risiko einer Chronifizierung spürbar.

Cognitive Functional Therapy: die Prinzipien dahinter

Ein Ansatz, der in der aktuellen Forschung zu chronischen Rückenschmerzen viel Beachtung findet, ist die sogenannte Cognitive Functional Therapy (CFT). Ihr zugrundeliegender Gedanke lässt sich auf drei Prinzipien verdichten: verstehen, was die Schmerzen tatsächlich beeinflusst – oft weniger eine strukturelle Schädigung als muskuläre Anspannung, Bewegungsmuster oder Alltagsbelastung; schrittweise und kontrolliert wieder Vertrauen in vermiedene Bewegungen aufbauen, statt sie weiter zu meiden; und Aspekte wie Schlaf, Stress und Alltagsaktivität mit einbeziehen, weil sie den Schmerzverlauf mitbeeinflussen können.

Eine 2023 im Fachjournal The Lancet veröffentlichte grosse Studie (RESTORE-Studie, rund 500 Teilnehmende) zeigte, dass Menschen mit chronischen, stark einschränkenden Rückenschmerzen von diesem Ansatz deutlich profitieren konnten – die Verbesserungen hielten auch ein Jahr später noch an. Diese Grundprinzipien – Verstehen statt nur Behandeln, schrittweise Bewegung statt Vermeidung – finden sich auch in unserer individuellen Physiotherapie wieder.

Der Weg bei uns: individuelle Physiotherapie kombiniert mit MTT

Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben – deshalb steht bei uns am Anfang immer eine genaue Befundung: Wir untersuchen, welche Bewegungen deine Schmerzen auslösen und wo die muskulären Schwachstellen liegen. Darauf aufbauend erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, bevor wir gemeinsam daran arbeiten, vermiedene Bewegungen schrittweise wieder sicher auszuführen, statt sie weiter zu meiden. Ist dieser Prozess so weit fortgeschritten, folgt häufig der Übergang zur medizinischen Trainingstherapie (MTT): gezielter Kraftaufbau für Rumpf-, Rücken- und Gesässmuskulatur, um die neu gewonnene Bewegungssicherheit auch langfristig zu stabilisieren.

Dieser Übergang ist jedoch kein Automatismus: Je nach Befund – etwa bei akuten entzündlichen Prozessen, frischen Verletzungen oder wenn eine andere Behandlung im Vordergrund stehen sollte – ist medizinische Trainingstherapie nicht das geeignete nächste Vorgehen. Ob und wann sie sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam mit dir aufgrund der individuellen Befundung.

Am Standort Zumikon steht dir für die MTT eine grosse Trainingsfläche mit InBody-Analyse zur Verfügung; Petra Klemenc, Sporttherapeutin mit Schwerpunkt MTT, und Nena Kokkinopliti mit Fokus auf chronische Rückenschmerzen arbeiten dabei eng zusammen.

Was das für dich bedeutet

Viele unserer Patientinnen und Patienten erleben, dass diese Kombination aus Verstehen, schrittweiser Bewegung und gezieltem Training einen grossen Unterschied macht – nicht nur für die aktuellen Beschwerden, sondern auch für das Risiko, dass sie wiederkehren. Wir versprechen dabei keine Garantie: Der Verlauf ist individuell, und nicht jede Rückenproblematik reagiert gleich. Bei ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder plötzlich auftretenden, starken Beschwerden empfehlen wir immer zuerst eine ärztliche Abklärung.

Der erste Schritt

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Rückenschmerzen sich festsetzen oder du bereits seit Längerem damit kämpfst, sprich uns an. Gemeinsam erarbeiten wir einen Weg, der zu dir passt – von der ersten Abklärung bis zum individuellen Trainingsprogramm. Mit ärztlicher Verordnung wird die Behandlung über die Grundversicherung deiner Krankenkasse abgerechnet; auch als Selbstzahlerin oder Selbstzahler ist ein Termin ohne Verordnung möglich.


Terminbuchung

Online Terminbuchung: https://www.physioline.ch/termin-buchen/
📧 E-Mail: zumikon@physioline.ch
📞 Telefon: +41 43 288 04 37
📍 Oder direkt am Empfang in der Praxis Zumikon, Schwäntenmos 14, 8126 Zumikon


Geschrieben mit fachlicher Begleitung von Nena Kokkinopliti, Physiotherapeutin, Physioline Zumikon, mit Schwerpunkt chronische Rückenschmerzen und orthopädische Rehabilitation. Für die medizinische Trainingstherapie arbeitet sie eng mit Petra Klemenc, Sporttherapeutin mit Schwerpunkt MTT, zusammen.


Physioline – dein Zentrum für Physiotherapie, Osteopathie, Ernährungsberatung, Training/Fitness und medizinische Massage in der Region Zürich.

Verfasst von

Nena Kokkinopliti

BSc Physiotherapie / FIFA-Medizindiplom

BSc Physiotherapie FIFA-Medizindiplom

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Petra Klemenc – Physioline
Verfasst von

Petra Klemenc

Sporttherapeutin / Sport Lehramt Universität Ljubljana

Sport Lehramt Universität Ljubljana SVGS-Lizenz Medizinische Trainingstherapie SVGS Bewegungs- und Sporttherapie Wirbelsäule, untere und obere Extremitäten Zert. InBody Gesundheitscoach Schwimmlehrerin Ski- und Langlauflehrerin MTB-Lehrerin J+S-Leiterin Jugendsport Schwimmen J+S-Leiterin Mountainbike

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Quellen

  • World Health Organization: WHO guideline for non-surgical management of chronic primary low back pain in adults in primary and community care settings, 2023. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK599212/
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1 (2017, Aktualisierung in Arbeit), Bundesärztekammer/Kassenärztliche Bundesvereinigung/AWMF. https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-007p_S3_Kreuzschmerz_2017-11-abgelaufen.pdf
  • Hayden JA et al.: Exercise treatments for chronic low back pain – a network meta-analysis, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2023. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD015608/references
  • Vlaeyen JWS, Linton SJ: Fear-avoidance model of chronic musculoskeletal pain: 12 years on, Pain, 2012. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22321917/
  • Kent P et al.: Cognitive functional therapy with or without movement sensor biofeedback versus usual care for chronic, disabling low back pain (RESTORE), The Lancet, 2023. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37146623/

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